¿Zukunft als Chance?

Perspektiven am Arbeitsmarkt
für Arbeitnehmer über 50 Jahre




Überblick
Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt (Beispiel)
Stärken und Schwächen
demographische Entwicklung
Vergleich mit anderen Ländern
wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen
Folgerungen
Anmerkungen (Quellen)

Zusammenfassung (übersichtliche Kurzfassung)
Gesamtüberblick zur Projektarbeit



Zunächst ein (kommentierter) Blick in die Presse auf eine jahrzehntelang als atypisch (weil krisenfest) geltende Branche, die sich aber im letzten Jahrzehnt (also nach dem Ende des Kalten Krieges) ganz kräftig normalisiert hat. Die Computer Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 2.8.2004 auf S. 21 unter dem Titel "IT-Urgesteine gehören nicht zum alten Eisen" u.a. folgendes:


Wer als IT-Experte ab 40 Jahren seinen Job verliert, hat kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Als Berater, Start-up-Coach oder Firmenchef können sie aber ihre Erfahrungen einbringen.

"Es besteht noch Hoffnung ..."

Wer gerade am Ende seines Berufslebens vom Kahlschlag erfasst wird, hat kaum Chancen, wieder Fuß zu fassen. Mit 50 müssen Sie irgendwo oben sitzen, beschreibt Horst Kraume, Sales Manager bei Saperion, die Sicht der Personaler, wer sich da noch bewirbt, bei dem fragt man sich, warum er es nicht geschafft hat. Der Jugendwahn der Dotcom-Ära sei zwar vorbei, doch der Anpassungsdruck an reifere Semester bleibe immens: ...

"... aber nicht sehr viel."

Die Alternativen liegen nicht im festen Job. Stattdessen könnten Betroffene innovative Start-ups beratend unterstützen. 50 ist dafür noch gar kein Alter, sagt Eckhard Utpadel, Vorstand der Beteiligungsgesellschaft IT-Adventure. Die Jungen sind mehr denn je bereit, die Erfahrungen der alten Hasen zu nutzen.

"Der Bedarf besteht schon, aber keiner will ein Risiko eingehen und sich zu irgendwas verpflichten".

Thomas Piehl, Investment-Manager bei der Beteiligungsfirma Maz Level One, verweist auf die hohen Anforderungen an die Mentoren: Hier sind weniger Entwickler als Manager gefragt. Im Idealfall hat man 25 Jahre bei IBM und zwölf Jahre in anderen IT-Betrieben gearbeitet und will jetzt was Neues machen, beschreibt er die Wunschkandidaten. Ein Profil, das nur wenige Top-Leute erfüllen. Und selbst die kommen um Beteiligungen selten herum: Start-ups sind immer knapp bei Kasse. ...

"... und Geld sollen sie auch noch mitbringen?"

...
Wir haben einige Manager über 50, die von uns betreute Unternehmen leiten, so Thiel. Der Andrang ist groß: Im Schnitt erreiche nur einer von 200 Arbeitslosen überhaupt eine solche Position.   ...
...    Das Engineering-Team steht. Was noch fehlt, ist der Aufbau strategischer, internationaler Vertriebsstrukturen und die Verfeinerung der Marketingkonzepte, erklärt er seine Arbeit.   ....
...    Junge Mitarbeiter können in einigen Bereichen nicht mit der Expertise, den Kontakten und Marktkenntnissen mithalten, so Saperion-Vorstandschef Andreas Liebing. Vor allem im Vertrieb profitieren wir von erfahrenen Mitarbeitern, denn sie agieren in einem weit verzweigten Beziehungsnetz, das sie über Jahrzehnte aufgebaut haben.


"Gefragt sind konkrete, sofort ausbeutbare Vorzüge."


Arbeitsmarktexperten sind sich einig: Betriebe verspielen Chancen, wenn sie auf das Fachwissen Älterer verzichten. Das Vorurteil zu teuer, zu unflexibel sei in der Praxis nicht haltbar:   ...   Auch menschlich sind die IT-Profis ab 50 Vorbilder. Symanek: Sie können in Krisenzeiten beruhigend auf die Mannschaft einwirken.

"Das ist die Theorie - die Controller rechnen nach Euro und Cent! Die Stärken der Älteren sind nicht quantifizierbar."

Vor der Auslagerung seiner Abteilung war Harald Fehsenfeld IT-Leiter beim Spirituosenhersteller Eckes. Drei Angebote für einen festen Job hat der 55-Jährige ausgeschlagen: Noch einmal als DV-Leiter einzusteigen, hätte wieder einen 16-Stunden-Tag und 120 Prozent Einsatz bedeutet. Das geht nicht mehr, gibt Fehsenfeld zu. Der Vorruhestand wäre jedoch mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden. So arbeitet er nach 27 Jahren Festanstellung als IT-Berater für Mittelständler. Über seine alten Kontakte wird er zu Tagungen und Messen eingeladen. Dort hält er Vorträge , um sich einen Namen zu machen. Der Wind dreht sich, Erfahrene erleben eine Renaissance, berichtet Fehsenfeld von seinen Auftritten. Deutschland altert, bekräftigt Symanek, wir haben bereits einen Fachkräftemangel durch die Rente, da kann sich keiner mehr Jugendwahn leisten.

Alles in Allem also wenig ermutigend! Zwar haben Ältere durchaus (vereinzelt gute) Chancen, aber die herausgegriffenen Beispiele gelten eben leider nicht für den durchschnittlichen Arbeitslosen. Es handelt sich ausnahmslos um Leute, die eine erfolgreiche Karriere hinter sich hatten und zusätzlich mehrere Qualifikationen miteinander verknüpfen konnten: Fachwissen, wirtschaftliches Verständnis, Managementfähigkeiten. An rein fachlicher Qualifikation besteht nach wie vor geringes Interesse; da greift man lieber auf die anspruchsloseren und noch formbaren Jüngeren zurück - solange es noch genügend gibt oder sie aus aller Welt abrufbar sind.

Auch der folgende Zusatzbeitrag aus der selben Quelle illustriert dieses Denken trotz aller schmeichelhaften Formulierungen für den Fall der überdurchschnittlich gewachsenen chinesischen Wirtschaft:

China holt sich die Oldies

Während in vielen westlichen Ländern ältere IT-Manager und DV-Experten kaum noch vermittelbar sind, genießen sie in China allerhöchste Wertschätzung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des amerikanischen Wesleyan College. Danach ist der Anteil der über 50-Jährigen unter den ausländischen Angestellten überproportional hoch. Hauptursache dafür sei die unvollkommene Infrastruktur, in die Betriebsstätten eingebettet sind. Produktionsausfälle und Improvisation sind an der Tagesordnung, und ältere Mitarbeiter können mit ihrer Erfahrung besser darauf reagieren, schreibt Professor Patricia Matisz Smith in ihrem Bericht. Ihrer Einschätzung nach verlieren junge Manager zu schnell die Nerven, wenn es zu größeren Problemen wie Stromausfall, Versorgungsengpässen oder Problemen mit den Mitarbeitern kommt.

Der Grund, warum das bevölkerungsreichste Land der Welt massenweise Know-how aus dem Westen einkaufen muss: Chinas Wirtschaft ist zu schnell gewachsen. Es gibt im Land einfach keine erfahrenen Fachkräfte, berichten die Personalchefs großer Unternehmen wie Microsoft, HP und Cisco. Microsoft machte jüngst in der chinesischen Presse Schlagzeilen, als man nach eigenen Angaben unter 1000 chinesischen Bewerbern keinen geeigneten hochkarätigen Softwareingenieur gefunden hätte. Harald Weiss/ks

Also der Grundtenor wieder:
einzelne Durchblicker werden gesucht, die im Tohuwabohu der jungen Eiferer die Fäden in der Hand halten, die Projekte auf Kurs halten, und den Laden am Laufen halten können. Das sind anpassungsfähige Leute, die ihr ganzes Leben mit veränderlichen Situationen zurecht gekommen sind und durch einen dummen Zufall eben jetzt auf der Straße sitzen. Und von diesen haben auch nur wenige - wie die obigen Zitate zeigen - eine reale Möglichkeit, solche neuen Herausforderungen anzunehmen. Leute nämlich, die quasi aus Versehen arbeitslos geworden sind, und deren Qualifikationen dünn gesät sind
.
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Was immer wiederkehrt:
Ältere sollen gefälligst Vorteile gegenüber Jüngeren ausweisen, ansonsten würden nur ihre Nachteile gesehen.


Vorteile aus der Sicht von Arbeitgebern sind das Beziehungsnetzwerk (welches man gerne anzapfen würde), die Lebenserfahrung (die überlegen in Krisensituationen macht), die Routine (die zeitraubende Abstimmungsproszesse verkürzt, aber nicht mit 'Trott' verwechselt werden darf), in Einzelfällen auch verlorengegangenes Spezialwissen über veraltete Verfahren, Methoden, Werkzeuge.

Über die (pauschalen) Schwächen älterer Arbeitnehmer und Freiberufler wurde schon viel geschrieben. Da sind
Über die (pauschalen) Stärken der älteren Arbeitnehmer wird deutlich weniger geschrieben:

Stärken und Schwächen sind individuell sehr unterschiedlich verteilt und für jede einzelne Tätigkeit mehr oder weniger relevant. Es ist oft eine Frage der Arbeitsorganistation, ob sie überhaupt und dann wie stark zum Tragen kommen.

In dieser Beziehung wurden in der Vergangenheit geringe Anstrengungen gemacht. Auf anderen (altersneutralen) Defizitfeldern wurden jedoch in der Vergangenheit erfolgreich Lösungen gesucht und umgesetzt. Beispiel: Sprachkompetenz ausländischer Arbeitskräfte im deutschen Arbeitsmarkt oder Sprachkompetenz und kulturelle Kompetenz deutscher Arbeitskräfte auf internationalen Märkten. Bei entsprechender Anstrengung und, falls es sich kaufmännisch lohnt, lassen sich also durchaus Lösungen finden.


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Demographische Entwicklung in Deutschland:

In allen Industrieländern steigt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung schnell an. Auch Schwellenländer, wie China, die mit dirigistischen Mitteln ihr Bevölkerungswachstum gedrosselt haben, sind von diesem Phänomen betroffen.

Statistiker stellen häufig die altersmäßige Zusammensetzung der Bevölkerung in sog. Alterspyramiden graphisch dar. Das Statistische Bundesamt stellt mehrere Versionen davon bereit.
Der gegenwärtige Stand schaut folgendermaßen aus:
deutsche Alterspyramide von 2001

Ein gelungene Animation für die Jahre 1950-2050 steht ebenfalls zur Verfügung.

Ähnlich schlecht sieht die Situation in Österreich aus.

Die USA altern ebenfalls, aber wegen des hohen Kinderreichtums deutlich langsamer; für China sind die Prognosen unübersichtlicher (ähnlich gilt das für ganz Ostasien, Südasien weicht jedoch erheblich davon ab). Obendrein leidet die chinesische Bevölkerung noch an einem großen Männerüberschuß. Ein weltweiter Vergleich findet sich bei der Uni Bamberg und beim Berlin-Institut.

Das Ganze hat offensichtlich aus Auswirkungen auf die Rentenkassen. Das Verhältnis Erwerbstätige ./. Rentner wird immer ungünstiger. Ab etwa 2012 werden die über 50jährigen den Anteil der 20-50-Jährigen an der Bevölkerung übertroffen haben:
wachsender Anteil der über 50jährigen

Kaum prognostizierbar sind in diesem Zusammenhang die Auswirkungen der Zuwanderung von arbeitsfähigen Personen fremder Staatsangehörigkeit samt ihren Angehörigen. Deutschland trifft - im Gegensatz zu klassischen Einwanderungsländern wie Australien, Neuseeland, Kanada, Chile - kaum eine Vorauswahl nach Nützlichkeit für den Arbeitsmarkt. Weiterhin kann damit gerechnet werden, daß zahlreiche ausländische Arbeitnehmer nach Erreichen des Rentenalters in ihre Heimatländer zurückkehren, weil die Lebenshaltungskosten dort immer noch wesentlich günstiger als in Deutschland sind, die Rente also de facto mehr wert ist. (Rentenabwanderung)

Die Zahl der jährlichen Abtreibungen liegt nur noch knapp unter der Zahl der Zuwanderer (ca. 150.000 gegenüber etwa 200.000). So findet nur eine sehr geringe Bevölkerungsverjüngung statt, weil die Einwanderer meist nicht als Kleinkinder, sondern als junge Erwachsene kommen. Am raschen Altern der Gesamtbevölkerung ändert das kaum etwas. Das Wissenschaftsforum Berlin meint:
Deutschland muss in diesem Vergleich nicht nur als kinderunfreundlich, sondern auch als gesellschaftlich rückständig und unmodern bezeichnet werden. Es weist sowohl eine geringe Frauenerwerbsquote wie auch eine steuerliche Bevorzugung von Ehen gegenüber anderen Formen von Familie auf. Nur mit gutem Willen lässt sich dieses Ergebnis auch positiv deuten: Nirgendwo ist das Potential größer, mehr für junge Familien zu tun, als in Deutschland.

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Lage im internationalen Vergleich:

Deutschland wurde trotz jahrzehntelanger Warnungen de facto unvorbereitet überrascht (erinnert irgendwie an die Lage nach dem Fall des Eisernen Vorhangs). In anderen Ländern sind die Anteile anders verteilt; selbst in der EU liegt Deutschland unter dem Durchschnitt, wie die BDA schreibt:

Internationale Vergleiche belegen, dass in beschäftigungspolitisch erfolgreichen Ländern, wie den USA, der Schweiz, Norwegen oder Dänemark, die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen wesentlich höher ist als in Deutschland. In diesen Ländern haben sich die Beschäftigungschancen Jüngerer und Älterer gleichzeitig verbessert. Die bei der Integration älterer Arbeitnehmer vorbildlichen Staaten stehen dabei zugleich auch für eine höhere wirtschaftliche Dynamik. Die Beschäftigungsrate älterer Arbeitnehmer – 55- bis 64-Jährigen – lag im internationalen Vergleich in der Europäischen Union im Durchschnitt bei 40 Prozent, während sie in den USA fast 60 Prozent und in der Schweiz knapp 65 Prozent betrug. Deutschland liegt sogar unter dem EU-Durchschnitt mit 38 Prozent.

... während 3sat schreibt:

Nur jeder zweite Mann zwischen 55 und dem Rentenalter von 65 war 2003 in Deutschland erwerbstätig. Bei den Frauen dieser Altersklasse war es sogar nur jede dritte, wie das Statistische Bundesamt auf Grund der jährlich durchgeführten Arbeitskräfteerhebung mitteilte. Mit dem deutschen Gesamtdurchschnitt von 39,4 Prozent liegt die Bundesrepublik allerdings nur knapp unter dem der EU von 40,1 Prozent. In den skandinavischen Ländern Schweden und Dänemark beträgt die Erwerbsquote dieser Altersgruppe dagegen 68,6 beziehungsweise 60,7 Prozent.
Schlusslichter sind im Vergleich der 25 EU-Mitglieder Slowenien und die Slowakische Republik mit 22,7 beziehungsweise 24,6 Prozent. Niedrige Quoten gibt es auch in Polen (27,1 Prozent), Belgien (28,1 Prozent) und Ungarn (28,9 Prozent).

... ganz  klar drückt sich INQA aus:

Dänemark ist übrigens europaweit die Nummer 1, was die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer angeht.  ...   Arbeitslose finden in Dänemark erheblich leichter wieder einen Job als hierzulande. Die nordischen Unternehmer scheinen damit eine Frage eindeutig beantwortet zu haben, die nach der "Employability", der Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer.

Daraus folgt, daß wir in Deutschland das Rad nicht neu erfinden müssen. Wir müssen zunächst unseren Verstand einschalten und analysieren, warum bei anderen möglich ist, was bei uns schier undenkbar erscheint. Und wenn wir das erkannt haben, sollte uns niemand hindern, es noch besser zu machen  :-)
Daß es Länder mit noch erheblich schlechterer Lage gibt, sollte uns nicht als Ausrede dienen.

Allerdings agiert Deutschland nicht im luftleeren Raum. Zahlreiche internationale Verträge (wie WTO, GATT) haben die früher bestehenden Schutzmechanismen (wie Importzölle) zu stumpfen Waffen gemacht oder ganz verboten. Weltbank und IWF wiederholen gebetsmühlenartig ihre Credo vom freien Kapitalverkehr. Eine ohne demokratische Legitimation ermittelte EU-Kommission ersinnt laufend neue Rahmenverordnungen, welche die nationalen Parlamente nur noch abnicken dürfen.
Auch können Unternehmen nach Belieben ihre Produktion verlagern und genießen andernorts erheblich Steuervorteile. Da sie alle in weltweitem Wettbewerb stehen, tun sie das auch, wenn ihre Renditerechnungen bessere Wettbewerbsfähigkeit verheißen. Ein Unternehmen, daß hierbei zurückfällt, wird mit Konkurs bestraft. Es wäre also müßig, an die soziale Verantwortung von Unternehmensführungen zu appellieren. Insbesondere anonyme Kapitalgesellschaften (im Gegensatz zu überschaubaren Personengesellschaften) messen solchen Maßstäben so gut wie keine Bedeutung bei.

Wer meint, er könne einerseits die Globalisierung aller Märkte (auch des Arbeitsmarkts) gutheißen und andererseits glaubt, regionale Privilegien und Sicherheiten retten zu können, verhält sich wie der Hund, der den Mond anbellt, auf daß dieser zu ihm herunter komme.

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wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen:

Warum sollten wir überhaupt gegen diese Situation angehen? Ist es nicht schön, schon lange vor dem erwarteten Termin so quasi vorab ein bischen das Rentnerleben zu üben?
Die wirtschaftlichen Folgen dieser Situation sind gravierend mit sich verschärfender Tendenz. Die Handelnden in diesem Szenario sind von den Folgen ihrer Entscheidungen nur indirekt - wenn überhaupt - betroffen, nehmen also kurzfristig keine Rücksicht darauf.

Unternehmen werden schrumpfende Absatzmärkte vorfinden, weil mangels Kaufkraft die (arbeitslosen) Kunden ausbleiben. Dadurch müssen die betroffenen Unternehmen entweder neue Absatzmärkte erschließen (= Investition) oder noch mehr sparen und rationalisieren; die Abwärtsspirale dreht sich weiter. Bei geringerer Auslastung sinkt die Produktivität, wodurch sich die Stückkosten erhöhen.

Die Gesellschaft insgesamt büßt an Wohlstand ein (Verarmung). Das fängt bei den Steuersubjekten an und setzt sich über den Staatshaushalt auf das ganze Gemeinwesen fort. Die schon jetzt hohe Zahl von Privatinsolvenzen wird weiter steigen. Wertschöpfung {Die Wikipedia zählt Zinsen ebenfalls zur Wertschöpfung; ich mag dieser Zuordnung nicht folgen} erfolgt durch Arbeit und nicht durch Verzinsung, auch wenn eine altbekannte Bankreklame das Gegenteil suggeriert hat (Geld arbeitet eben gerade nicht - es läßt nur arbeiten). Lediglich Reichtum kann per Verzinsung umverteilt werden - anscheinend verwechseln manche Leute die beiden Begriffe.

Die Vermögensverteilung innerhalb der Bevölkerung wird noch unausgewogener werden. Der Sozialneid wird blühen, weil die Benachteiligten keine Möglichkeit sehen, den zunehmenden Abstand zu den Reichen aus eigener Anstrengung heraus zu verringern (und Reichtum ist bekanntlich dann besonders angenehm oder impertinent - je nach eigener Lage -, wenn die anderen arm sind). Als Nebeneffekt wird die Kriminalität steigen und sich revolutionäres Potential entwickeln. Leider lehrt die Geschichte, daß Revolutionen meist von einem Extrem ins andere führen.

Personen mit mehrfacher Staatsbürgerschaft werden sich u.U. mit ihrer Rente in ihre Heimatländer zurückziehen, wodurch dem inländischen Markt weiter Kaufkraft entzogen wird. Auch wohlhabende deutschstämmige Rentner werden sich angenehmere Alterssitze suchen.


Die Produktion (und meinetwegen auch die Nachfrage nach Dienstleistungen) wird aber nicht nur wegen mangelnder Kaufkraft sinken. Bereits jetzt herrscht in einigen Branchen ein spürbarer Fachkräftemangel, der durch weitere Frühpensionierungen noch verstärkt wird. Dieser Fachkräftemangel wurde durch Zuwanderung nur unmerklich gelindert. Fehlende Fachkräfte bedeuten nachlassende Konkurrenzfähigkeit. Bei der RWTH Aachen liest man dazu:

Deutsche Unternehmen werden es nach Ansicht von Wissenschaftlern bereuen, wenn sie in der Flaute ältere Arbeitnehmer entlassen. Von 2010 an werde die Wirtschaft unter einem Fachkräftemangel leiden, erklärt die Aachener Arbeitswissenschaftlerin Marie-Christine Stemann. «Es wird alle Bereiche treffen: Beamte, Bankwesen, Produktionsunternehmen, Hochschulen.» Dann seien ältere Arbeitnehmer mit ihrem Erfahrungsschatz gefragte Leute.

Die letzte Feststellung scheint den vorher angeführten Tatsachen auf den ersten Blick zu widersprechen. Wie sollen bei weniger Arbeit die Älteren fehlende Fachkräfte ersetzen?  Was genau fehlt? Es geht aber weiter:

Arbeitslose könnten den entstehenden Bedarf nur teilweise decken, da die Qualifikation oft fehle. In den Arbeitsämtern werde diese Entwicklung «verschlafen». «Wenn man da etwas tun würde, würde das passen. Aber da passiert eben nichts», sagte Stemann.

Also weder können die Arbeitslosen die fehlenden Fachkräfte stellen, noch kommen diese durch Zuwanderung (mangels bedarfsgerechter Selektion) herein. Die Unternehmen gehen dann lieber gleich selbst zu den Fachkräften vor Ort. Dort weiß man allerdings dann oft nicht, ob diese Kräfte so viel besser oder nur so viel billiger sind. Warum werden dann sowohl Zuwanderung als auch das Arbeitslosenheer dennoch pauschal als Heilmittel empfohlen? Die Verwirrung resultiert aus der isolierten Betrachtung der einzelnen Problemfelder (nur die Kosten, nur die Renten, nur der Wettbewerb, nur die Kaufkraft, usw.). Oft ist die Argumentation auch unterschwellig durch Gruppeninteressen verfälscht.
Hierzu wieder die BDA:

Auch in Deutschland hat sich gezeigt, dass ein frühzeitiges Ausscheiden Älterer aus dem Erwerbsleben keine nachhaltig positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt entfaltet. Vielmehr ist zu erkennen, dass eine geringe Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer ein warnender Indikator für die strukturelle Schwäche des Arbeitsmarktes ist. Denn damit einher geht eine hohe Arbeitslosenquote der Älteren sowie ein hoher Anteil dieser Altersgruppe an den Langzeitarbeitslosen. In Deutschland sind über 1 Millionen Arbeitslose älter als 50 Jahre; davon über die Hälfte länger als ein Jahr.

Ganzheitliche Betrachtung ist also gefragt. Die Wirtschaft spielt sich nämlich ebenfalls nicht in einer Parallelwelt ab, auch wenn das Handeln und die Sprüche größerer Kapitaleigner dies manchmal glauben machen wollen. Alle sind auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Durch Nichthandeln oder falsches Handeln ist der weitere Abstieg vorhersehbar.

Bei nüchterner Überlegung dürften diese Aussichten für kaum eine gesellschaftliche Gruppe hinehmbar, geschweige denn attraktiv, sein. Die Betroffenen müssen also aufhören, nur betroffen zu sein, sondern selbst aktiv in das globale Räderwerk eingreifen.

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Folgerungen:

An zweierlei Stellen muß angegriffen werden:

«Die Wirtschaft» - das sind nicht nur die Kapitalbesitzer und ihre angestellten Manager - das sind wir alle: als Konsumenten, als Produzenten, Arbeiter, Dienstleister, Kaufleute. Also müssen wir uns auch alle den Kopf zerbrechen und unseren Einfluß geltend machen.

Auch «Der Staat» sind wir alle - nicht nur die Politiker (die wir alle paar Jahre im Zustand geistiger Umnachtung wählen), nicht nur die Beamten, nicht nur die EU-Kommissare samt ihren hochbezahlten Hilfskräften.

An diesen beiden Stellen werden die Weichen gestellt, die über die Verwirklichung der oben genannten Verbesserungen entscheiden. Deshalb müssen wir dort Einfluß nehmen.

Verbesserte Integration:
Anpassung der Arbeitsbedingungen an das Angebot
Wir haben festgestellt, daß Arbeitsorganisation und Fortbildung nicht altersgerecht sind. Sie sind häufig jugendzentriert und verfehlen damit bei Älteren ihre Wirkung. Das Gegenteil zu fordern ist auch Unsinn. Nicht jugendzentriert, auch nicht altenzentriert, sondern altersgerecht müssen die Arbeits- und Bildungsbedingungen gestaltet werden. Man kann nicht alle Altersgruppen über einen Kamm scheren. Auch bei einigen Unternehmen und Verbandsfunktionären hat man das Problem richtig erkannt, wie 3sat anmerkt.
  Zumindest den Arbeitgeberfunktionären ist durchaus klar, daß die Zeiten der fröhlichen Lohndrückerei und freien Auswahl aus dem Arbeitslosenheer nicht ewig anhalten werden, daß das 'dicke Ende' noch kommen wird. Die BDA hat sogar 2 Broschüren zusammengestellt, die sich mit diesem Themenkreis beschäftigen.
   Eine weitere Studie kommt sogar schon (zum vielleicht noch etwas voreiligen) Schluß:

EQUIB: "In den meisten Betrieben ist ein Umdenkprozess in Gang gekommen. Es kann festgehalten werden, dass die Betriebe in ihren Einstellungen bereits deutlich auf Distanz zur bisherigen jugendzentrierten Personal- und Qualifizierungspolitik gehen."

Die IG Metall hat in ihrem Arbeitnehmerbegehren ebenfalls Forderungen erhoben und Konzepte entwickelt. Erfreulicherweise hat sie zu einer problemübergreifenden Sicht der Dinge gefunden und stellt dieses Arbeitsmarktproblem in einen größeren Zusammenhang.
   Da steht beispielsweise:

Niedrigere Löhne = weniger Arbeitslose?
Weil Arbeit angeblich zu teuer und Arbeitslose zu anspruchsvoll sind, werden Leistungen für Arbeitslose gekürzt und es wird Druck auf sie ausgeübt, damit sie Jobs für wenig Geld annehmen. Niedriglöhne als Wunderwaffe gegen Arbeitslosigkeit? Nach dieser Rechnung gäbe es in Ostdeutschland kaum Arbeitslose. Tatsächlich gibt es dort beides: niedrige Löhne und eine etwa doppelt so hohe Arbeitslosenquote wie in Westdeutschland. Das ist auch erklärlich, denn die Probleme liegen ganz woanders: Fehlende Nachfrage führt zu geringerem Wirtschaftswachstum und steigender Arbeitslosigkeit.

Auch eine Broschüre der BAuA geht speziell auf die Felder ein.

Ebenfalls sehr konkrete Vorschläge finden sich bei Arbeit & Alter der österreichischen Industriellenvereinigung und Arbeiterkammer.

Anpassung der Arbeit an den Bedarf
Altersprivilegien in Gesetzgebung und Tarifverträgen mögen in Zeiten der Vollbeschäftigung wirksamer Schutz gewesen sein, in Mangelzeiten sind sie kontraproduktiv. Die Arbeitgeber verzichten einfach auf privilegierte Risikogruppen. Statt an den Symptomen zu kurieren (wie mit einer Beschäftigungsquote von Behinderten in Großbetrieben) muß man sich also mit den Ursachen auseinandersetzen und von einer allgemeinen «laissez faire»-Haltung verabschieden - die unsichtbare Hand des freien Marktes wird's eben nicht richten! Es gilt, die richtige Balance zu finden und nicht schon wieder vom andren Extrem in's eine zu fallen. (Flexibilität von Arbeitnehmern, Vertragsrecht und Tarifgestaltung)

Arbeitslose gründen Selbsthilfegruppen, worüber z.B. die SZ schreibt (50plus):

Bundesweit bemühen sich Arbeitslosen-Initiativen wie das Kieler Netzwerk um Verbesserung. Auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt schätzen Jürgen Kudzus und seine Mitstreiter besonders die Arbeitslosen-Initiativen: "Man hat Gesprächspartner, die zuhören und uns verstehen."

Ohne Geld tut man sich natürlich schwer, sich zu organisieren. Man kann nicht reisen, man kann keine Räumlichkeiten mieten, in den Kneipen als typischen Kontaktplätzen muß man den Schnorrer spielen. Obendrein muß man noch sein Phlegma überwinden und viele scheuen sich überhaupt, den Kopf aus dem Fenster zu strecken, und ihr Problem öffentlich zu machen. Andere Interessengruppen tun aber gerade das, weil sie sonst keinen Erfolg hätten.

Wir Betroffene müssen also damit anfangen, unsere eigene Einstellung zu überprüfen. Die Älteren müssen ihre alterspezifischen Stärken herausarbeiten, gezielt weiterentwickeln und nutzbar machen. Sie erhöhen damit ihre Kompetenz am Arbeitsmarkt. Ansonsten werden uns die Marketing- und Politstrategen jeglicher Couleur weiterhin nur als Konsumenten oder als Sozialballast wahrnehmen.

Reorganisation von Sozialrecht und Renten
Trennung von Gemeinschaftsleistungen und Unternehmensleistungen (was haben Schwangerschaftsrisiken bei den Arbeitskosten zu suchen? was exzessive Krankheitskosten?), aber gleichmäßige Umlage auf alle. Die statistische Streuung ist für Großunternehmen gering, aber für Kleinunternehmen ein reines Glücksspiel. Solchen Kosten gehören nicht in den Bereich Arbeitskosten, sondern in die allgemeinen Versicherungen. Fällt diese statistische Streuung als Unternehmensrisiko weg, werden auch die damit zusammenhängenden Bedenken gegen die Risikogruppen hinfällig.

Arbeiter, die für ihren eigenen Wohlstand werkeln, sind motivierter und denken umfassender und langfristiger als unbeteiligte Angestellte bzw. reine Kapitalanteilshalter. Zwangsweise Beteiligung der Angestellten an einer Firma riecht nach Enteignung. Aber vielleicht sollte man einmal neue Steuermodelle durchdenken, worin Unternehmen mit Angestelltenbeteiligung weniger Gewinnsteuern als andere bezahlen u.u..
Stärkung der Wirtschaftskraft:

Die Politik (vor allem der EU) kümmert sich überwiegend um die Interessen der Großunternehmen, die mit ihren starken Lobbies und und Presseabteilungen schnell Gehör finden. Diese Großunternehmen unterliegen aber am schnellsten den Verlockungen einer schrankenlosen Globalisierung. Wenn man das auch nur schwer verhindern kann, so ist es doch grundfalsch, diese Unternehmen auch noch dafür zu fördern. Der Mittelstand schuf weitaus mehr Arbeitsplätze, wird aber von der Politik stiefmütterlich behandelt:

    Der Exportboom der deutschen Wirtschaft ist verpufft, ohne daß die Bundesregierung die Zeit genutzt hätte, um die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft – insbesondere für die kleinen und mittleren Betriebe – zu verbessern und so die Grundlage für einen dauerhaften Aufschwung zu schaffen. Schließlich ist der Mittelstand der Motor für neue Beschäftigung in Deutschland. In den neunziger Jahren haben die rund drei Millionen mittelständischen Unternehmen über zwei Millionen Arbeitsplätze neu geschaffen. Dagegen bauten die Großunternehmen Arbeitsplätze ab. Die mittelständischen Unternehmen (bis 100 Millionen Mark Jahresumsatz, bis zu 499 Beschäftigte) sind das Rückgrat und der Wachstumsmotor der  deutschen Wirtschaft. Sie tätigen fast die Hälfte aller Investitionen, beschäftigen 68 Prozent aller Arbeitnehmer und bilden 80 Prozent aller Lehrlinge aus. 

Insolvenz eines Großunternehmens ruft Politiker bis hin zum Bundeskanzler auf den Plan. Mittelständische und kleine Unternehmen (von denen 2002 38.000 mit 600.000 Stellen insolvent wurden; im ersten Halbjahr 2003 19953 Unternehmen) sind selbst den Medien kaum eine Berichterstattung wert. Insgesamt gehen dadurch aber weit mehr Arbeitsplätze verloren, als durch Konkurse von Großunternehmen.

Arbeitsmigration muß den Zielländern nützen. Die Bundesrepublik Deutschland muß von ihren Einwanderern Mangelqualifikationen fordern, wie das andere Einwanderungsländer schon seit langem tun; sie darf sich nicht als Schlaraffenland für in ihrer Heimat zu kurz gekommene darstellen. Dadurch würde für die Betroffenen auch der Anreiz steigen, die nötigen Reformen in ihren Heimatländern selbst durchzusetzen. Man kann über humanitäre Ausnahmen streiten, aber pauschal ist es wie mit der wirtschaftlichen Globalisierung: wer sich dem Wettbewerb nicht anpaßt geht pleite, auch wenn er den Wettbewerb an sich für verwerflich hält.

Einen weiteren Ansatzpunkt bietet die Familienpolitik. Die Altersstruktur der Bevölkerung muß wieder ausgewogen werden. Wir streben heutzutage keine Pyramide wie in früheren Jahrhunderten mehr an, weil anerkanntermaßen die Weltbevölkerung nicht weiter steigen soll. Aber die einzelnen Altersgruppen sollten sich wenigsten die Waage halten. Das Problem der massenhaften Abtreibung (jährlich rund 150.000) könnte mit besseren politischen Rahmenbedingungen entschärft werden:

Die demographische und sozialstaatliche Krise, in die Deutschland geraten ist, war vorhersehbar. Heute leben in weniger als 30 Prozent der Haushalte Kinder.     ...  
   Angesichts der Tatsache, daß der Familienlastenausgleich im letzten Jahrzehnt nur um 13,9 Prozent gestiegen ist, während das Bruttosozialprodukt im gleichen Zeitraum um fast 60 Prozent anstieg – und angesichts der Tatsache, daß der Anteil des Lastenausgleichs am Sozialbudget von 20,8 Prozent im Jahre 1960 auf heute 12 Prozent gesunken ist, muß man eingestehen, daß Deutschland seine Familien vor allem als finanzpolitischen »Steinbruch« mißbraucht hat. Heute gilt es nicht nur, diese Einsparungen wieder den Familien zufließen zu lassen, sondern sie auch besonders zu fördern. Wir müssen über einen Lastenausgleich hinaus zu einem echten Leistungsausgleich kommen, da Kinder keine Last sein sollten, sondern die Erziehung von Kindern eine Leistung ist, die Eltern gegenüber unserer Gesellschaft erbringen. ... 
    Die heutigen Arbeitnehmer zahlen ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für die Renten der jetzigen Ruheständler und nicht für ihre eigenen Altersbezüge. Diese werden später durch ihre Kindergeneration aufgebracht. Wer also bewußt auf eigene Kinder verzichtet, kündigt einseitig den Generationenvertrag auf und verläßt sich darauf, daß die Kinder anderer Arbeitnehmer schon für ihn mitbezahlen werden.

Bezüglich der letzten (trivialen) Erkenntnis wurde die Bevölkerung in der letzten Jahrzehnten wohl absichtlich im Unklaren gelassen - um es vorsichtig auszudrücken.
Mitgestaltung der internationalen und nationalen Rahmenbedingungen
Die ständig wechselnden und keiner demokratischen Kontrolle unterliegenden internationalen Rahmenbedingungen können jegliche nationalstaatliche Planung über den Haufen werfen. Demzufolge müssen alle Interessengruppen sich aktiv einmischen, um diese Bedingungen mitzugestalten und nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. Wenn man diese Aufgabe Gremien hinter geschlossenen Türen überläßt, braucht man sich über ungerechte Verteilung von Vor- und Nachteilen nicht zu wundern.

In Zeiten des Internets hat jeder die Möglichkeit, mit seinen Vorstellungen Öffentlichkeit zu finden, auch wenn es bei weitem nicht an die Möglichkeit großer Organisationen (dazu gehören auch die etablierten Massenmedien) heranreicht. Die Arbeitslosen müssen sich ungefiltert Öffentlichkeit verschaffen. Sie sollten die Massenmedien als ihre Diener und nicht als ihre Lehrmeister ansehen. Ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen scheint nach den vorangegangenen Erfahrungen mit Diktaturen direkt von der Obrigkeitshörigkeit zur Medienhörigkeit umgeschwenkt zu sein.
   Nach wie vor gibt es das altbewährte Mittel der Wahlen zu den Volksvertretungen. So unscharf wie es einsetzbar ist, so wenig wird es von den Stimmbürgern verwendet und erschöpft sich meist in ritualhafter Ausübung: Gewohnheitswahl ¡ Protestwahl ¡ Wahlverweigerung. Wer stellt schon Forderungen an seinen vorgesehen Wahlkreisabgeordneten? Kaum jemand fragt ihn/sie ja nach seinen Vorhaben, geschweige denn, bestimmte Initiativen zu fordern!
   Dabei sind diese Abgeordneten der einzige, schwache, indirekte Einfluß auf die internationalen Gremien, welche in feudalistischer Manier über unser aller Wohl und Wehe entscheiden. Wenn der Pöbel sich damit abfindet, muß er fressen, was die Herren ihm hinwerfen.

Sorgfältige Abstimmung von Arbeitsorganisation, Arbeitsmigration, Bevölkerungspolitik, globalem Handel
Punktuelle Aktionen ohne Blick auf die anderen Einflußfaktoren werden nicht den gewünschten Erfolg bringen - im Gegenteil! Dadurch werden weitere (der schon arg knapp gewordenen) Ressourcen vergeudet. Nur ganzheitliche, am Gemeinwohl orientierte Zielsetzungen, können den Erfolg bringen - konsequente Umsetzung vorausgesetzt. Reicht dazu die Kraft nicht mehr, hat die Welt eine weitere «Bananenrepublik» (oder - wegen des ungünstigen Klimas - vielleicht eher eine «Kartoffelrepublik»). Darüber freuen können sich nur diejenigen, die vom Wegfall der deutschen Konkurrenz profitieren. Die werden dann als Touristen nach Deutschland und in die ganze EU kommen, unsere pittoresquen Behausungen fotographieren und in unsere Kochtöpfe gucken.
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Anmerkungen & Quellen:

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